Klappentext:

„Papa, was ist das? Da drüben auf dem Eis?“
Ein strahlend schöner Wintertag. Anders steht mit seiner sechsjährigen Tochter im Leuchtturm der Instel Gåvasten und schaut aufs Meer hinaus. Eis, überall Eis. Und Schnee.
Was hat seine Tochter da in der Ferne erspäht?
Da ist doch nichts. Kurz darauf läuft Maja hinaus, um nachzusehen  – und der Albtraum beginnt. Obwohl sie auf der freien Eisfläche nicht vrschwinden kann, passiert genau das. Plötzlich ist sie weg. Spurlos verschwungen. Anders und seine Frau haben kein Kind mehr… Jahre später erreichen Anders plötzlich mysteriöse Botschaften. Lebt Maja etwa noch?

Rezension:

„Thriller“ steht auf meiner Ausgabe des Buches. Direkt unter dem Buchtitel. Hinten steht ein Ausschnitt aus der Zeitschrift „Brigitte“: „Intelligenter Horror – Decke zum Verstecken bereithalten.“ Das klingt auf jeden Fall nach Spannung. Die bietet dieses Buch auch, wenn auch nicht so viel wie erwartet/ erhofft. Mit Ausnahme davon, dass die Insel Domarö, auf der sich die Handlung hauptsächlich abspielt, nicht in echt existiert, kommen einem als Leser zunächst genannte Orte und Landschaftsmerkmale (Stockholm, Schwedens Schärenmeer) natürlich bekannt vor, wodurch sich das Buch zunächst scheinbar im Bereich der realen Fiktion bewegt. Doch nach und nach kommen immer mehr mysteriöse Begebenheiten dazu, sodass schnell klar wird, dass es sich hier keinesfalls um reale Fiktion handelt.
Der Schreibstil ist nicht überragend, aber das Buch lässt sich gut und leicht lesen. Vielleicht liegt das aber auch an der Übersetzung, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Bücher in originalsprache häufig stilistisch deutlich besser sind als in der Übersetzung. Was ein wenig stört, jedenfalls bei dieser Ausgabe, sind die zahlreichen Rechtschreibfehler. Wahrscheinlich Tippfehler.. Es kann ja mal passieren, dass einer oder auch zwei in einem Buch landen. Aber in diesem Buch sind leider wirklich recht viele. Und nicht nur Tippfehler, sondern ab und zu auch mal ein vergessenes Wort.
Wenn man das aber außer Acht lässt, ist es ein wirklich gutes und spannendes Buch und irgendwann, ungefähr im letzten Drittel des Buches kommt man an Stellen, an denen man das Buch nur noch ungern aus der Hand legt.
Für mich war es ein „Thriller der anderen Art“, vor allem, weil es sich bei dem „Hauptbösewicht“ nicht um ein menschliches Wesen handelt.. und auch nicht um etwas tierisches.
Wer aber kein Fan von offenen Enden ist, sollte dieses Buch vielleicht lieber nicht lesen, denn das Ende bleibt hier teilweise offen.

— jetzt kommt eine Spoilerwarnung, also nur weiterlesen, wenn es nicht stört —

Zu dem offenen Ende kommen einige offene Fragen : Was ist mit Anna-Greta und Simon passiert? Ist das Meer, bzw. die „Bösartigkeit“ des Meeres jetzt besiegt? Was ist mit den anderen Menschen die über die Jahre verschwunden sind? Aber nunja, so etwas gehört wohl zu einem offenen Ende. Sonst hieße es ja nicht „offen“.
Was mich aber vor allem noch ein wenig störte war die Reaktion Majas als Anders sie abholte. Ihre einzige Reaktion auf das Geschehene war „Ich hab geträumt, dass ich nach dir gerufen habe. Total oft. Hab ich das getan?“ Ansonsten ist da keine Reaktion darauf, dass sie so lange ohne ihre Eltern war, dass ihr Vater sie nun wieder abgeholt hat und all das geschehene. Gut, vielleicht ist die Wahrnehmung an diesem anderen Ort ein wenig anders, aber man würde dennoch, trotz der vorherigen Beschreibung Majas, eine etwas emotionalere Reaktion von ihr erwarten.